European Sustainability Standards im Fokus: HTW-Masterstudierende entwickeln ESG-Handbuch für ITARICON

European Sustainability Standards im Fokus: HTW-Masterstudierende entwickeln ESG-Handbuch für ITARICON

Wie wirken sich die European Sustainability Standards und die wachsenden Anforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung konkret auf Beratungsleistungen aus?

Mit dieser Frage haben sich Masterstudierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) im Rahmen des Moduls „W949 Beratung mittelständischer Unternehmen“ in Kooperation mit ITARICON beschäftigt. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung eines praxisnahen Ansatzes, der Berater dabei unterstützt, ESG-relevante Anforderungen systematisch zu erkennen, einzuordnen und in bestehende Strukturen und Prozesse zu integrieren.

Ausgangspunkt: Zukunftsrelevantes Thema ohne Routine

Das Projektthema „European Sustainability Standards – Implikationen“ wurde bewusst gewählt, weil ESG und Nachhaltigkeitsberichterstattung zu den zentralen Transformationstreibern für Unternehmen gehören. Gleichzeitig liegen aber in vielen Organisationen wenige Erfahrungen vor.

Steigende Erwartungen seitens Gesetzgeber, Kunden und Konsumenten erhöhen den Druck auf Unternehmen, transparente und verlässliche Berichte vorzulegen sowie ESG-Aspekte in ihren Geschäftsprozessen konsequent zu verankern. Themen wie Klimawandel, Lieferkettenverantwortung oder soziale Standards führen zu tiefgreifenden Restrukturierungen, schaffen neue Kompetenzen und erfordern die Verlagerung von Aktivitäten – insbesondere in der Prozess- und Systemlandschaft.

Als IT-Beratungsunternehmen sieht sich ITARICON in der Verantwortung, Kunden im SAP x ESG-Kontext gezielt zu unterstützen. Dabei versteht sich ITARICON nicht als klassische ESG-Beratung, sondern als Vermittler und Wissensträger für SAP-gestützte Geschäftsprozesse: Die Aufgabe ist es, ESG-Anforderungen so zu übersetzen, dass sie in bestehende Prozess-, System- und Organisationsstrukturen eingebettet und technisch abgebildet werden können.

Vom Anforderungsraster zum Handbuch

Zu Beginn der Zusammenarbeit stand die Idee einer Anforderungsmatrix im Raum. Ziel war es, darzustellen, welche ESG-Anforderungen bestehen, welche Unternehmens- und Fachbereiche davon betroffen sind und an welchen Schnittstellen – im Sinne betroffener Verantwortlichkeiten, Prozesse und Systemanbindungen – Anpassungen notwendig werden könnten. Auf dieser Basis sollten Auswirkungen auf Organisation, Prozesse und IT-Landschaft transparent gemacht werden.

Im Verlauf der Projektarbeit zeigte sich jedoch, dass eine reine Matrixdarstellung für die praktische Nutzung im Beratungsalltag nur begrenzt geeignet ist. Sie bildet zwar Zusammenhänge ab, bietet Beraterinnen und Beratern im Projektkontext aber wenig narrative und methodische Orientierung. Die Studierenden empfahlen daher, den Ansatz weiterzuentwickeln und statt einer Anforderungsmatrix ein praxisorientiertes Handbuch zu erstellen. Dieses sollte ESG-Aspekte verständlich, strukturiert und anwendungsnah aufbereiten – mit klaren Leitfragen, Beispielen und möglichen Vorgehensmodellen.

ITARICON griff diesen Vorschlag auf. Das Ergebnis ist ein Handbuch, das Berater dabei unterstützt, ESG-relevante Themen frühzeitig zu identifizieren, deren Relevanz für unterschiedliche Unternehmensbereiche einzuordnen und daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten. Es zeigt unter anderem auf:

  • Welche Auswirkungen ESG-Anforderungen auf Prozesse, Systeme und Schnittstellen haben können.
  • An welchen Stellen organisatorischer Handlungsbedarf besteht.
  • Welche Maßnahmen – etwa Schulungen oder Weiterbildungsangebote – erforderlich sind, um Kompetenzen in betroffenen Teams nachhaltig aufzubauen.

Damit schafft das Handbuch eine praxisnahe Brücke zwischen regulatorischen Anforderungen, ESG-Inhalten und der SAP-gestützten Prozesswelt der Kunden.

Projektarbeit mit klaren Erwartungen – und viel Gestaltungsfreiraum

Die Studierenden hatten den Auftrag, selbstständig – mit punktueller Unterstützung – eine Lösung zu erarbeiten und diese ITARICON vorzustellen. Wichtig war dabei ein konsequent praxisorientierter Blick: Wie lässt sich das Thema so aufbereiten, dass es für Berater im Projektalltag schnell nachvollziehbar und effektiv nutzbar ist?

Der Blick „von außen“ ermöglichte es, das Themenfeld strukturiert, kundenzentriert und frei von bestehenden Routinen zu analysieren.

Für ITARICON lag ein wesentlicher Mehrwert darin, die Fragestellung durch externe Bearbeiter aus einer anderen Perspektive beleuchten zu lassen. Gleichzeitig bietet das Format die Möglichkeit, innovative Ideen aufzunehmen und in bestehende Beratungsangebote zu integrieren.

Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der ESG-bezogenen Beratungsleistungen im SAP- und IBM-Umfeld ein.

Mehrwert für Studierende und Unternehmen

Die Zusammenarbeit bietet beiden Seiten deutliche Vorteile:

Für die Studierenden

  • Konkreter Einblick in den Alltag der SAP- und IBM-Beratung, insbesondere in SAP-gestützte Geschäftsprozesse bei Kunden.
  • Verständnis, wie regulatorische Anforderungen – wie die European Sustainability Standards – praktisch in Prozesse, Systeme und Organisation übersetzt werden.
  • Möglichkeit, ein eigenes Projekt mit gestaltendem Charakter umzusetzen und die Ergebnisse direkt mit einem Praxispartner zu diskutieren.
  • Besseres Bild vom Berufsbild Unternehmensberatung und von ITARICON als möglichem Arbeitgeber.

Für ITARICON

  • Gewinn eines praxistauglichen, anwendungsorientierten ESG-Handbuchs als Arbeitsgrundlage im Beratungsalltag.
  • Frühe Identifikation von ESG-relevanten Themen in Projekten, inklusive Einordnung in die Prozess- und Systemlandschaft der Kunden.
  • Impulse von außen, die bestehende Sichtweisen hinterfragen und neue Lösungswege eröffnen.
  • Möglichkeit, potenzielle Nachwuchskräfte kennenzulernen: Studierende erhalten Einblicke, die im besten Fall in Praktika, Werkstudententätigkeiten oder eine spätere Festanstellung münden.

ESG im Projektalltag: Ein Praxisbeispiel

Wie stark ESG-Anforderungen bereits heute in Kundenprojekten verankert sind, zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem Maschinenbau: Ein Hersteller von Motoren steht vor der Herausforderung, dass seine Kunden zunehmend Wert auf die Herkunft und Produktionsbedingungen von Bauteilen legen – unter anderem, um Kinderarbeit zuverlässig auszuschließen. Hier genügt es nicht mehr, nur technische Spezifikationen zu erfüllen; Transparenz über Lieferketten, soziale Standards und Umweltwirkungen wird zum Wettbewerbsfaktor.

Diese Herausforderung wurde im Rahmen des Projekts an die Studierenden herangetragen. Gemeinsam mit einem ITARICON-Berater entwickelten sie Lösungsansätze, wie entsprechende ESG-Anforderungen in Prozesse und Systeme integriert werden können – etwa durch verbesserte Datenerfassung, klare Verantwortlichkeiten und erweiterte Reporting-Möglichkeiten. Das verdeutlicht, wie European Sustainability Standards und ESG-Kriterien unmittelbar Einfluss auf konkrete Beratungsleistungen nehmen und neue Anforderungen an Prozess-, Daten- und Systemdesign stellen.

Mit dem gemeinsam erarbeiteten ESG-Handbuch verfügt ITARICON nun über ein Instrument, welches Berater bei der Integration von ESG-Aspekten in SAP-gestützte Geschäftsprozesse unterstützt – und das gleichzeitig den Brückenschlag zwischen akademischer Lehre und praktischer Unternehmensberatung stärkt.

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Autor

Bild von Mandy Hildebrandt

Mandy Hildebrandt

Lead Talent Management | People & Culture | ITARICON GmbH

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